++ SWR-Film über Königinnenzucht ++ 

Unter dem Titel „Der Königinnen-Züchter – Leo Famulla und seine sanften Bienen“ hat SWR-Fernsehjournalist Stephan Basters einen Film über Leo Famulla gemacht, der am 29.10. um 18:15 im SWR Fernsehen lief . Der Film zeigt von der Madenentnahme am ersten Tag über das Zeichnen der Jungköniginnen, das Begatten auf der Nordseeinsel Juist bis zum Einsetzen in die Wirtschaftsvölker in sehr eindrucksvollen Bildern den ganzen Werdegang einer Königin. Das Kamerateam des SWR hat 9 Tage gedreht und 2 Wochen an dem Film geschnitten. In dem Film kommen Leo Famulla, Martin Böhler, Klaus Schmieder und  viele weiter Imker zu Wort. Eine sehr aufwändige Produktion, die sich gelohnt hat! Der Film kann in der SWR-Mediathek nachgesehen werden.

 

++ Sprühbehandlung mit Oxalsäure: Tipps und genaue Informationen ++

Seit Jahresanfang 2017 ist Oxuvar 5,7% zugelassen zum Einsprühen von Bienenvölkern gegen die Varroamilbe. Im Artikel aus der Badischen Bauernzeitung zur Oxuvar-Sprühbehandlung gibt Bruno Binder-Köhlhofer, Fachberater Imkerei am Regierungspräsidium Freiburg, praxisgerechte Tipps zum Umgang mit der Sprühlösung. Genaue Informationen und eine Gebrauchsanweisung für die Behandlung von Bienenvölkern mit Oxuvar gibt das Schreiben von Klaus Schmieder, Präsident des Landesverbandes Badischer Imker e.V., vom 22. Juni 2017: Informationen Gebrauchsanweisung-Behandlung von Bienenvölker mit Oxuvar

 

++ Wie vermeide ich Völkerverluste? Empfehlungen zur Varroa-Bekämpfung ++

Franz Merklinger stellte Empfehlungen zur Bekämpfung der Varroa-Milbe und Zusammenstellung weiterer imkerlicher Maßnahmen zur Gesunderhaltung unserer Völker zusammen. Der Vorstand legt es im Interesse unserer Bienenvölker allen Imkern sehr ans Herz, die beiden Zusammenstellungen zu studieren und die Empfehlungen bei der Völkerführung zu berücksichtigen!

 

++ Schwarmzeit – was tun? ++ 

Unser Imkerkollege Franz Merklinger beschreibt in seinem Infobrief an die Teilnehmer des Anfängerkurses Methoden der Schwarmprävention durch Bildung von Brutablegern und zur Schwarmvorwegnahme. Wir machen hier diese schöne Zusammenfassung allen zugänglich: Schwarmzeit

 

++ Bienen machen Schule ++

Unter dem Titel „Bienen machen Schule – Mit Kindern & Jugendlichen die Welt der Bienen entdecken“ ist der Praxisleitfaden und ein Nachschlagewerk für Pädagogen und Imker zu den Themen Bienen, Biodiversität und Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) neu herausgegeben worden. In Text und Bild dokumentiert es neue Erkenntnisse, Entwicklungen und Meinungen zum Thema, vermittelt praktische Anregungen und zeigt übersichtlich und didaktisch aufbereitet eine Fülle an Tipps und Tricks. Weitere Infos & Bestellung: https://www.mellifera.de/shop/buecher-medien/handbuch-bienen-machen-schule.html

 

++ Das Bienenjahr – kurzgefasste Anleitung von Franz Merklinger ++

Einer unserer Kursleiter, Franz Merklinger, hat für alle Interessierten eine praktische kurze Übersicht über die Arbeiten an den Bienen im Jahreslauf verfasst – hier können Sie das Bienenjahr herunterladen!

 

++ Varroose – Varroamilben und Viren ++

Am 16.11.2016 referierte Bruno Binder-Köllhofer, Fachberater am Regierungspräsidium Freiburg, in Steißlingen vor ungefähr 100 Imkern aus der Region zur Varroose. Unser Vereinsmitglied Franz Merklinger war dort – hier ein Auszug aus seinem Bericht (von der Redaktion leicht gekürzt):

Die Varroa-Milbe (Varroa destructor) hat sich seit den 1970-er-Jahren über die gesamte Welt verbreitet, ausgehend von fernöstlichen Ländern, wo die Bienenvölker seit langer Zeit an die Milbe angepasst sind und durch verbessertes Putzverhalten und Zellenausräumen den Milbenbefall im Volk niedrig halten. Bei unseren Bienenvölkern in Europa und USA fehlen sowohl das entsprechende Putzverhalten als auch weitgehend die Fähigkeit, Milben in den Brutzellen zu erkennen und auszuräumen.

Obwohl die Varroamilben in den vergangenen Jahren in den Völkern durch entsprechende Maßnahmen abnahmen, haben die Völkerverluste zugenommen. Ursache sind die von den Varroamilben übertragenen und aktivierten Viren als Auslöser verschiedener Krankheiten:
Alle Bienenvölker in Europa sind von verschiedenen Viren befallen und sind dadurch latente Träger dieser Viren. Die Varroamilbe überträgt die Viren beim Anstechen der Larven in den Brutzellen zum Saugen von Hämolymphe und regt diese an. In den Brutzellen vermehren sich die aggressivsten Viren und werden von den Milben weitergetragen. In den letzten Jahren haben sich zwei Formen von Viren durchgesetzt, die sehr schnell zum Zusammenbruch der Völker führen können:

  • DWV (Deformed Wings Virus) = Flügeldeformationsvirus
  • CBPV(Chronische Bienenparalyse Virus) führt zur Schwarzsucht und dem Zusammenbruch von Völkern ohne große vorherige Anzeichen!

Daneben sind noch weitere Viren in Bienenvölkern aktiv, die aber nicht im direkten Zusammenhang mit Varroa zu sehen sind.

Da keine Maßnahmen bekannt sind, wie man die Bienenvölker gegen die Viren schützen kann, bleiben nur zwei Bekämpfungsstrategien:

  1. Die Varroabekämpfung, durch die der Überträger und Aktivator der Viren möglichst ganzjährig bekämpft und in den Bienenvölkern unter der Schadensschwelle gehalten wird. Binder-Köllhofer machte dringend deutlich, dass die Varroabekämpfung von allen Imkern durchgeführt werden müssen, möglichst auch in Absprache aller Imker einer Region zur selben Zeit, damit keine Reinvasion von unbehandelten Völkern stattfinden kann.
  2. Die Selektion von varroaresistenteren Bienen und Einsatz entsprechend gezüchteter Königinnen bei den Imkern.

Die Varroabekämpfung basiert auf:

  1. Biologische Maßnahmen und Völkerführung
    Einsatz von Drohnenrahmen/Baurahmen frühzeitig im März, regelmäßiges Ausschneiden der Drohnenwaben und Einschmelzen derselben.
    – Ablegerbildung im Mai und Juni; dadurch Entnahme von Brutwaben mit Varroen; Behandlung der Ableger mit Oxalsäure nach Auslaufen der Brut; Entlastung der Wirtschaftsvölker durch Brutentnahme.
    – Totale Brutentnahme bei Wirtschaftsvölkern; Ameisensäurebehandlung der Brutwaben bzw. Oxalsäurebehandlung nach dem Auslaufen der Brut.
    – Teilen und Behandeln nach Dr. Liebig: Dieses Verfahren hält der Referent für schwierig, weil die behandelten Völker mit den Wirtschaftsvölkern wieder zusammengelegt werden, was er seuchentechnisch sehr kritisch sieht.
  2. Chemische Behandlungsmethoden / Varroakonzept Baden- Württemberg
    Zweimal (im Falle schlechter Bedingungen dreimal) Ameisensäurebehandlung mit Schwammtuch/Liebigdispenser/Nassenheider Verdunster/MoT-Weichfaserplatte u.a. direkt nach der Honigernte, so früh wie möglich, spätestens aber Mitte/Ende Juli beginnend.
    Äußerst wichtig ist eine Kontrolle nicht nur drei Tage nach der Behandlung, sondern auch nach 12 Tagen:-Was fällt noch als natürlicher Totenfall nach Behandlungsende, was war also noch in den Brutzellen?
    – Winterbehandlung: Oxalsäure als Träufelbehandlung

Der Augenmerk wurde vom Referenten mehrfach gelenkt auf:

  1. Die Varroa-Kontrolle: Ameisensäurebehandlung wiederholen, solange mehr als fünf Milben pro Tag fallen.
  2. Die Ameisensäurebehandlung muss zu einem Zeitpunkt erfolgen, bei dem die Bienen im Volk abnehmen und damit die Parasitierung der Brutzellen zunimmt. Die Viren in den zu bildenden Winterbienen könnten diese schwächen und ihre Langlebigkeit beeinträchtigen. Folge wären Völkerverluste im Herbst und Winter.

Dem Referenten war wichtig, dass die Imker sich über die Behandlungszeit und Methoden unbedingt besser absprechen sollten.